Lexikon der musikalischen Schriften

Foto: Erstdruck des musiktheoretisch und musikästhetisch hoch ambitionierten Romans „Hildegard von Hohenthal“ (1795/96) von Wilhelm Heinse
Erstdruck Hildegard von Hohenthal

Während Textlexika in anderen Fächern schon lange existieren, fehlt ein entsprechendes Arbeitsinstrument für die große Fülle des Musikschrifttums noch immer. Dabei sind Texte über Musik neben den Kompositionen und Praktiken selbst die wohl wichtigste Quellengruppe der Musikgeschichte und stellen überdies einen wichtigen Zugang zum ästhetischen wie kompositionspraktischen Verständnis der komponierten Musik dar. Das Lexikon ist dreibändig angelegt. Es erschließt, beschreibt und kommentiert musik-bezogene Texte seit der Antike. Der erste Band widmet sich vor allem musiktheoretisch akzentuierten Schriften. Die Bände zwei und drei bleiben den mehr musikästhetisch relevanten Texten vorbehalten.

Eine Besonderheit des Projektes besteht darin, dass hier erstmals auch Texttypen bedacht werden, die weit über den üblichen Kanon in lexikalischen oder enzyklopädischen Publikationen hinausreichen, soweit sie musikästhetisch bzw. musikphilosophisch relevante Fragestellungen beinhalten. Berücksichtigt werden unter anderem belletristische Texte, Kompositionslehren, Instrumental- und Gesangsschulen, Texte der künstlerischen Selbstvergewisserung von Komponisten sowie Texte aus den Bereichen von Ritus und herrschaftlicher Repräsentation. Erstmalig werden dabei auch außereuropäische Schriften einbezogen. Damit werden auch Texte berücksichtigt, die bislang nur in abgegrenzten Diskursen eine Rolle spielen, aber geeignet erscheinen, das Corpus an zentralen Musiktexten durch Neuentdeckungen zu erweitern und für Neuinterpretationen zu öffnen. Flankierend zum Buchprojekt ist – in einem zweiten Schritt – eine digitale Edition der wenig oder gar nicht bekannten Texte vorgesehen, die im Lexikon kommentiert werden.

Publikationen

Generalherausgeber: Hartmut Grimm (†) Melanie Wald-Fuhrmann und Felix Wörner

Herausgeber von Band 1 (Musiktheorie): Ullrich Scheideler und Felix Wörner. Erschienen im Juni 2017

Herausgeber von Band 2-3 (Musikästhetik): Hartmut Grimm und Melanie Wald-Fuhrmann

Wissenschaftliche Mitarbeit (Band 2-3): Janine Wiesecke

Redaktionelle Mitarbeit (Band 1-3): Michaela Kaufmann, Alexis Ruccius, Janine Wiesecke