
Evolutionäre Konzepte, die dem kulturellen Verhalten des Menschen zugrunde liegen
In diesem Projekt verwenden wir genetische Daten und Modelle, um spezifische Hypothesen zu evolutionären Theorien zu testen, wie zum Beispiel die Theorie der sexuellen Selektion in der Musik oder die psychologische Life-History-theory (LHT-P).
So konnten wir beispielsweise zeigen, dass die Hypothese, wonach die Evolution der Musik durch sexuelle Selektion getrieben wurde, nur wenig Unterstützung findet. Diese Hypothese besagt, dass sich Musik als Signal für die genetische Qualität potenzieller Partner:innen entwickelt hat. Entgegen den Erwartungen stellten wir fest, dass musikalisch begabte und aktive Individuen keinen größeren Paarungserfolg hatten als weniger begabte. Und obwohl musikalische Begabung teils mit anderen Merkmalen in Zusammenhang gebracht wurde, die vermeintlich mit genetischer Qualität in Verbindung stehen, waren die meisten dieser Zusammenhänge nicht genetisch bedingt. Dies deutet darauf hin, dass alternative Erklärungen und Theorien die Evolution der Musik besser erklären könnten. Gegenwärtig untersuchen wir die Beziehung zwischen traumatischen Lebensereignissen und der Lebenslaufstrategie (gemäß LHT-P) und testen, ob die beobachteten Zusammenhänge einem kausalen Szenario entsprechen, wie es die Theorie nahelegen würde, oder ob sie doch eher auf familiäre Faktoren zurückzuführen sind.
Publikationen
Mosing, M. A., et al. (2015). Did sexual selection shape human music? Testing predictions from the sexual selection hypothesis of music evolution using a large genetically informative sample. Evolution and Human Behavior, 36(5), 359–366.
https://doi.org/10.1016/j.evolhumbehav.2015.02.004
Mitarbeiter:innen


Alumni
Iorana Fey
Masterstudentin
Vrije Universiteit Amsterdam