
Kreativität und Substanzkonsum
Trotz vieler Spekulationen und anekdotischer Behauptungen über Substanzkonsum in künstlerischen und kreativen Bereichen (zum Beispiel professionelles Musizieren) ist wenig über die Prävalenz und die Zusammenhänge zwischen Substanzkonsum und Kreativität bekannt –einschließlich kreativitätsfördernder Auswirkungen, der Richtung eventueller kausaler Effekte und der Rolle genetischer Störfaktoren. Darüber hinaus wird Substanzkonsum häufig mit psychischen Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie und externalisierenden Verhaltensweisen wie Impulsivität in Verbindung gebracht und kann sowohl Ursache als auch Folge sein. Groß angelegte genetische Studien haben gemeinsame genetische Varianten identifiziert, die psychische Störungen und auch Substanzkonsum beeinflussen. Und obwohl über einen Zusammenhang zwischen kreativem Engagement und psychischen Problemen berichtet wurde, einschließlich der Bedeutung der zugrunde liegenden gemeinsamen genetischen Veranlagung, ist die Rolle des Substanzkonsums in diesem Zusammenhang jedoch nach wie vor unklar.
Ziel des Projekts ist es, aufzudecken, ob Menschen in kreativen Bereichen (wie Musik, Schreiben, Tanz etc.) mehr Substanzen konsumieren und ob dieser Zusammenhang kausal ist, beruhend auf gemeinsamen genetischen Faktoren oder Persönlichkeitsmerkmalen wie Risikobereitschaft. Wir werden zudem untersuchen, ob Substanzkonsum die Kreativität fördert oder ob die Zusammenhänge eher durch andere Variablen wie psychische Probleme oder genetische Veranlagungen erklärt werden können. Zu diesem Zweck verwenden wir für das Projekt weitreichende schwedische Bevölkerungsdaten und die UK Biobank, um anhand von Zwillingsdaten und genetischen Informationen genetische wie auch umweltbedingte Faktoren zu entwirren. Die Ergebnisse werden wichtige Einblicke in die (genetischen) Zusammenhänge von Substanzkonsum, Kreativität und psychischer Gesundheit liefern.


