
Musikalisches Engagement und psychisches Wohlbefinden
Der Zusammenhang zwischen musikalischem Engagement und psychischer Gesundheit ist vielschichtig. Während viele Menschen intuitiv davon ausgehen, dass Musizieren einen positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit hat und die Ergebnisse von Interventionsstudien diese Annahme auch stützen, zeichnen größere bevölkerungsbasierte Studien ein differenzierteres Bild. Einige Studien deuten sogar darauf hin, dass Musiker:innen häufiger psychische Probleme haben. Die Berücksichtigung genetischer Faktoren beim analysieren dieser ebengenannten Zusammenhängen hat unserem Forschungs-Team wichtige Erkenntnisse geliefert. So haben wir festgestellt, dass gemeinsame genetische Faktoren sowohl das musikalische Engagement als auch affektive Störungen beeinflussen. Dies deutet darauf hin, dass genetische Überschneidungen die beobachteten Zusammenhänge beeinflussen, und wahrscheinlich keine direkte Kausalität besteht. Die meisten Menschen spielen nicht unbedingt ein Instrument, sondern beschäftigen sich mit Musik, indem sie ihr zuhören. Aufbauend auf unseren früheren Untersuchungen zu den genetischen Zusammenhängen zwischen Musizieren und psychischer Gesundheit forschen wir nun nach den Wechselwirkungen zwischen genetischen Faktoren und Umweltfaktoren in der Beziehung von Musikhören und dem allgemeinen Wohlbefinden.
Publikationen
Wesseldijk, L. W., Ullén, F., & Mosing, M. A. (2019). The effects of playing music on mental health outcomes. Scientific Reports, 9(1), 12606.
https://doi.org/10.1038/s41598-019-49099-9
Gaston E; Ullen F; Wesseldijk LW; Mosing MA; Wesseldijk, L. W., Lu, Y., Karlsson, R., Ullén, F., & Mosing, M. A. (2023). A comprehensive investigation into the genetic relationship between music engagement and mental health. Translational psychiatry, 13(1), 15.
https://doi.org/10.1038/s41398-023-02308-6
Theorell, T. P., Lennartsson, A. K., Mosing, M. A., & Ullén, F. (2014). Musical activity and emotional competence - a twin study. Frontiers in psychology, 5, 774.
https://doi.org/10.3389/fpsyg.2014.00774
Mitarbeiter:innen

