Die Lust an Neuer Musik

In diesem Projekt wird untersucht, welche Mechanismen hinter der Wertschätzung von Neuer und zeitgenössischer Musik stecken. Da es sich bei diesem Stil oftmals um Musik handelt, der kein regelmäßigen Metrum zugrunde liegt, die viel Dissonanz enthält und oft atonal ist, stellt sie vor allem für ungeübte Hörer eine Herausforderung dar. Die resultierende, partiell undurchdringbare Struktur und die unvorhersehbaren Verläufe erschweren es, diese Musik auf die „klassische“ Art und Weise zu genießen. In der Tat steht sie der Ästhetik der klassisch-tonalen Musik diametral gegenüber und richtete sich zumindest in ihren Ursprüngen vehement gegen die traditionelle Kompositionsästhetik der Spätromantik. Die künstlerische Szene der zeitgenössischen Musik präsentiert sich immer noch als höchst innovativ, kreativ und ist meistens mit einem avantgardistischen Anspruch verknüpft. Im Prozess der Wahrnehmung wird der Hörer daher oftmals mit Unerwartetem, wie zum Beispiel überraschenden musikalischen Ereignissen konfrontiert.

Das Forschungsprojekt fokussiert sich auf genau diesen Aspekt und fragt nach den Hintergründen und Mechanismen, wie ein solch hoher Grad an Unvorhersehbarkeit im Rahmen eines musikästhetischen Erlebens wertgeschätzt werden kann.

Es wird ein multimethodischer Ansatz verfolgt, der zum Ziel hat musikästhetisches Erleben und die kognitive Verarbeitung von Neuer Musik in Abgrenzung zu klassisch-romantischer Musik zu untersuchen. Methoden aus der empirischen Sozialforschung, der Psychologie sowie den Neurowissenschaften sollen dazu beitragen, ein möglichst umfassendes Bild dieses Phänomens zu erhalten.

Das Projekt wird in Kollaboration mit dem Center for Music in the Brain (MIB) der Universität in Aarhus (Dänemark) durchgeführt.  http://musicinthebrain.au.dk/

 

Publikationen

Mencke, I., Quiroga-Martinez, D. R., Omigie, D., Michalareas, G., Schwarzacher, F., Trusbak Haumann, N., Vuust, P., & Brattico, E. (2021). Prediction under uncertainty: Dissociating sensory from cognitive expectations in highly uncertain musical contexts. Brain Research,1773: 147664. doi:10.1016/j.brainres.2021.147664.

Mencke, I., Omigie, D., Wald-Fuhrmann, M., & Brattico, E. (2019). Atonal Music: Can Uncertainty Lead to Pleasure? Frontiers in Neuroscience, 12, 979. doi.org/10.3389/FNINS.2018.00979

 

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Teilprojekte

Ästhetische Erfahrung von klassisch-romantischer und zeitgenössischer Musik – Eine Interview Studie

Ziel dieses Teilprojektes ist, den scheinbar komplizierten und komplexen Rezeptionsprozesses von Neuer Musik zunächst einmal explorativ aufzuschlüsseln und phänomenologisch zu erfassen.

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Vorhersagen unter schwierigen Bedingungen: Neuronale Korrelate von Neuer Musik

Dieses Teilprojekt untersucht die neuronalen Mechanismen, die zur Wertschätzung Neuer Musik beitragen könnten.

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