HIStory of MUSicoLOGy data base

Mit dem Aufbau einer Datenbank zur Geschichte der deutschsprachigen Musikwissenschaft sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um Thesen zur Fachgeschichte auf Grundlage eines umfangreichen, wissenschaftlich aufgearbeiteten Datenmaterials formulieren und belegen zu können. Die Datenbank ergänzt die existierenden Fall- und Perspektivstudien, Wissenssammlungen und Überblicken v.a. dadurch, dass sie flächendeckend und relational angelegt ist.

 

Datenmodell

Die Datenbank enthält hauptsächlich Daten zu Personen, Institutionen, Veröffentlichungsmedien sowie Themen und Methoden aus der institutionellen deutschsprachigen Musikwissenschaft zwischen etwa 1810 und 1990. Die Auswahl der Personen orientiert sich an der Professionalität ihrer Funktion(en) sowie ihrer Autorschaft, die Auswahl der Institutionen an ihrer interpersonellen und überzeitlichen Struktur, die Medien eint ihre öffentliche Präsenz und ihr Bezug zu den ausgewählten Personen, Themen und Methoden werden beschrieben durch die intersubjektiv erarbeiteten Normen bibliographischer Erschließungen.

Das Datenmodell sieht aber ab von der reinen Listung von Lebens- und Karrieredaten, Publikationsdaten, Gründungs- oder Fusionsdaten uvm., sondern legt den Fokus auf Objektrelationen, die qualitativ, eng an den Quellen entlang, aber knapp beschrieben, mit Zeit- und Ortsattributen, Quellen- und Bearbeitungsinformationen angereichert werden.

Durch quantitative Auswertungen, also etwa die Analyse von Häufungen oder Verteilungen, sowie ihre Visualisierung mit Hilfe von Zeitstrahl, Geo Mapping und Netzwerkanalysen sollen die Bedingungen für weitere qualitative Auswertungen geschaffen werden.

 

 

Publikationen

Annette van Dyck-Hemming und Melanie Wald-Fuhrmann (2016). Vom Datum zum historischen Zusammenhang. Möglichkeiten und Grenzen einer fachgeschichtlichen Datenbank. In S. Bolz, M. Kelber, I. Knoth & A. Langenbruch (Hg.), Wissenskulturen der Musikwissenschaft. Generationen – Netzwerke – Denkstrukturen (S. 261-278), Bielefeld: transcript.

 

 

 

Anwendungsbeispiel

Ansätze zur Analyse sozialer Netzwerke mit Neo4J
Poster, Sept. 2019 präsentiert während der Jahrestagung der Gesellschaft für Musikforschung in Paderborn und Detmold

Um zu überprüfen, ob die Dichotomie Eggebrecht/Dahlhaus die deutsche Musikwissenschaft der 1960er bis 1990er Jahre tatsächlich so maßgeblich beeinflusst hat, wie manchmal behauptet, haben wir Daten zu den beruflichen Beziehungen von Eggebrecht/Dahlhaus zu anderen Musikwissenschaftlern und Musikwissenschaftlerinnen entsprechend unserer Ontologie gesammelt und mit Neo4J visualisiert.