Vergleich von berichtetem Musikgeschmack und Musikhörverhalten

Dieses Projekt beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen dem verbal geäußerten Musikgeschmack und dem tatsächlichen Musikhörverhalten von Menschen. Eine zentrale Frage ist dabei, inwieweit sich Musikhörverhalten auf Basis des berichteten Musikgeschmacks vorhersagen lässt. Dass der verbal geäußerte Musikgeschmack einer Vielzahl unterschiedlicher Einflussfaktoren unterliegt, wurde bereits häufig nachgewiesen. So ist der berichtete Musikgeschmack davon abhängig, wem gegenüber man seine Geschmacksurteile äußert, ob man sich gegenüber einem Gesprächspartner konform verhalten oder sich abgrenzen möchte. Ein weiterer Faktor, der den Zusammenhang zwischen berichtetem Musikgeschmack und tatsächlichem Hörverhalten beeinflusst, ist die Funktion, die Musik für den Hörer in einer bestimmten Situation erfüllt, beispielsweise die Befriedigung intellektueller Neugier oder die Verbesserung der momentanen Stimmung. So wird erwartet, dass beispielsweise Musik, die als anspruchsvoll und komplex wahrgenommen wird und daher möglicherweise die intellektuelle Neugier des Hörers befriedigen soll, seltener konsumiert wird, da sie höhere kognitive Ressourcen beansprucht verglichen mit Musik, die vom Hörer als „Hintergrundmusik“ verwendet wird. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen, in welchem Maße Menschen im Alltag überhaupt ihre Lieblingsmusik hören oder ob sie auch bewusst Musik auswählen, die ihnen im Grunde eher in durchschnittlichem Maße zusagt.

Der Zusammenhang zwischen Musikgeschmack und Hörverhalten wird im Rahmen mehrerer Studien untersucht, beispielsweise mithilfe von Onlinestudien. Zudem wird die Experience Sampling Methode eingesetzt, um situative Faktoren (z.B. Stimmung, Aktivität) im Alltag von Versuchsteilnehmern zu erfassen und diese in Bezug zu wahrgenommenen Eigenschaften der ausgewählten Musik (z.B. Gefallen, Bekanntheit, Komplexität) zu setzen.