Forschungsgruppe Neurokognition von Musik und Sprache

Musik und Sprache (M&S) sind ausschließlich menschliche Fähigkeiten. Nicht selten verschwimmen die Grenzen zwischen M&S—in Gesang, Poesie, oder der melodischen Kommunikation mit Babys. Und ganz sicher teilen M&S eine Reihe von Designelementen, wie z.B. ihre „syntaktische“ Struktur oder die Dynamik von Rhythmus und Melodie. Obwohl M&S keineswegs identisch sind, könnten sie doch ähnlich genug sein, so dass das Gehirn ähnliche „Lösungen“ für ihre Wahrnehmung und Produktion bereithält—gemeinsame Lösungen, die Verschmelzungen zwischen Musik und Sprache erklären und sich für Rehabilitation und Pädagogik vielversprechend erweisen mögen. In welchem Maße die menschliche Kognition zwischen M&S einen Unterschied macht—oder nicht—und wie genau deren neuronale Verankerung, kognitive und ästhetische Verknüpfung aussieht, ist Fokus der Forschungsgruppe „Neurokognition von Musik und Sprache“. Hierfür kombinieren wir moderne neurowissenschaftliche Methoden (z.B. fMRT, M/EEG und TMS) mit Sichtweisen aus Linguistik, Musiktheorie und Kognitionspsychologie, entschlüsseln und vergleichen systematisch die einzelnen perzeptiven, kognitiven und expressiven Verarbeitungsschritte von M&S, und bestimmen die ihnen zugrunde liegenden neuronalen Netzwerke und deren innere Dynamik.

Unsere Forschung umfasst vier Themenfelder:

  • Prosodie, Musik und Sprache
  • Musik und Sprache als kombinatorische Systeme
  • Musik und Sprache in Liedern und Gesang
  • Musik und Sprache in (Inter)Aktion

 

Events


Online Event

From Hearing to Speech Comprehension [mehr]

Videos & Podcasts

Daniela Sammler

Folge 85 des Max Planck Florida Neurotransmission Podcast – dieses Mal geht es um neurokognitive Funktionen im Zusammenhang mit Sprache und Musik, wie sie sich gegenseitig ergänzen könnten und wie wir Hirnaktivität während komplexer Aufgaben wie dem Klavierspielen in einem fMRI aufzeichnen können.

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Daniela Sammler (Wissenschaft) & Patricia Izbicki (Musik)

Die „Science Meets Music“ Reihe des Max Planck Florida Instituts für Neurowissenschaften vereint Neurowissenschaftler, die über ihre Entdeckungen sprechen, und Musiker, die strahlende Konzerte geben. Diese Veranstaltung präsentiert „Wie das Gehirn Musik spielt“ – sowohl im Labor als auch auf der Bühne.

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Aktivitäten

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Unsere Forschungsthemen

Prosodie, Musik und Sprache

Melodie und Rhythmus sind Kernelemente der Musik, die auch in Sprache—als Prosodie—vielfältige Rollen spielen. Prosodie transportiert linguistisch relevante Information, verrät Emotionen und Absichten des Sprechers und ist ästhetischer Baustein der Lyrik. Wie prosodische Signale neuronal verarbeitet werden und sich im Vergleich zur Musikwahrnehmung ausnehmen, sind Fragen im Forschungsthema 1.

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Musik und Sprache in Liedern und Gesang

Überall auf der Welt verbinden Menschen Musik und Sprache in Liedern. Was so einfach scheint, ist eine komplexe kognitive Leistung mit intensivem Informationsaustausch innerhalb und zwischen den Hemisphären. Forschungslinie 3 untersucht die neuronalen Grundlagen von Liedern und Gesang, um herauszufinden wie das Gehirn Melodie und Text entmischt und welche kognitiven und ästhetischen Effekte aus deren Verknüpfung entstehen.

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Musik und Sprache als kombinatorische Systeme

Sowohl Musik als auch Sprache sind regelhafte Anordnungen von Einzelelementen, wie z.B. Wörter und Akkorde. Wie das Gehirn diese Elemente als solche abbildet, sie in strukturell sinnvolle Sequenzen zusammenfügt und wie vergleichbar diese Prozesse zwischen Musik und Sprache sind, sind Themen des zweiten Forschungsfeldes unserer Gruppe.

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Musik und Sprache in (Inter)Aktion

Sowohl Sprechen als auch Musizieren sind komplexe audio-motorische Abläufe, die im Austausch mit anderen Sprechern und Musikern zudem ein hohes Maß an zwischenmenschlicher Koordination erfordern. Forschungsthema 4 widmet sich der produktiven Seite von Musik und Sprache und untersucht Fragen der Handlungsplanung und -koordination.

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