INHABIT // Artist-in-Residence

Das INHABIT-Programm fördert den Austausch zwischen Künstler*innen und  Wissenschaftler*innen und ermöglicht dadurch neue und herausfordernde Perspektiven auf die Forschung des Instituts. Das neue Artist-in-Residence-Programm richtet sich an Künstler*innen, die an der Zusammenarbeit mit Geistes- und Naturwissenschaftler*innen, die in diversen Feldern der Ästhetik forschen, interessiert sind. INHABIT lädt Künstler*innen für bis zu drei Monate ein, um eine neue künstlerische Arbeit im wissenschaftlichen Kontext zu entwickeln oder ein bestehendes Projekt zu vertiefen. Von den Gastkünstler*innen wird erwartet, dass sie ihr Projekt als Performance, Ausstellung oder Konzert in Zusammenarbeit mit einem lokalen Ausstellungshaus öffentlich zeigen. Während der Künstlerresidenz in Frankfurt am Main stellt das MPIEA Räume und Ressourcen zur Verfügung und ermöglicht ein produktives Umfeld für Experimente, Dialoge und Kollaborationen.

 

 

INHABIT #2 // Lea Letzel

Februar – Mai 2020

Lea Letzel ist Künstlerin, Regisseurin und Pyrotechnikerin, die in Köln und Reykjavik lebt und arbeitet. In ihrer künstlerischen Praxis entwickelt sie interdisziplinäre szenische und performative Arbeiten an der Schnittstelle von Klang und Musik, Medienkunst, Tanz und Raum.

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Im Zentrum steht dabei das Konzertformat und die Auseinandersetzung mit Fragen nach den Bedingungen und Konventionen von Aufführungssituationen. Die Positionierung ihrer Performances und Installationen außerhalb festgeschriebener Genregrenzen zeigt sich auch durch die Produktion und Aufführung ihrer Werke in verschiedenen Foren zwischen White Cube, Black Box und im Kontext der Neuen Musik. Ebenso vielseitig ist ihr visuelles und akustisches Material, das sich zwischen pyrotechnischen Elementen und der Geräuschkulisse einer Skatehalle bewegt. Zuletzt war sie als Stipendiatin des Goethe-Instituts in die Villa Kamogawa in Kyoto eingeladen, um sich dort mit japanischer Pyrotechnik auseinanderzusetzen.

Während ihrer Residency am Max-Planck-Institut wird sie an einem Projekt weiterarbeiten, das sich mit der Feuerwerksnotation des japanischen Chemikers und Feuerwerkers Takeo Shimizu beschäftigt. Um 1965 entwickelte er ein Notationssystem für Feuerwerkskörper, das auf konventioneller Musiknotation basiert. Ausgehend davon wird sie sich mit der Idee der Notation als ein vielschichtiges System zwischen Handlungsanweisung, Aufführungstext und choreographischer Anleitung auseinandersetzen. In diesem Zusammenhang wird auch die Hierarchie zwischen Musik und Feuerwerk aufgegriffen und deren klangliches Potential mit der Frage der Gleichwertigkeit zur Visualität untersucht. Für das Projekt wird Letzel mit Wissenschaftler*innen aus den unterschiedlichen Fachbereichen zusammenarbeiten, u.a. mit der Musikethnolgin Dr. Lara Pearson.

Biografie

Lea Letzel studierte am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen und an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Seit 2015 ist auch als Pyrotechnikerin ausgebildet. Sie hat an internationalen Ausstellungen sowie an Performances im Witte de With, Rotterdam; Maschinenhaus Essen; Theater Duisburg; Philharmonie Duisburg; Bundeskunsthalle Bonn; Bonner Gesellschaft für Kunst und Gestaltung, Bonn; FrankfurtLAB, Frankfurt am Main; Acht Brücken Festival, Köln; Edit- Russ- Haus für Medienkunst, Oldenburg; PACT Zollverein, Essen teilgenommen.

 

INHABIT #1 // Alexander Tillegreen

September 2019 – Januar 2020

Alexander Tillegreen ist Künstler und Komponist, der in Kopenhagen und Frankfurt am Main  lebt und arbeitet. Seine künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Klang, Druckgrafik, Licht und Malerei. Seine Arbeiten werden in Form von Installationen und Performances aufgeführt und ausgestellt und oft in Konstellationen neben architektonischen, räumlichen, und textuellen Interventionen und Elementen gezeigt.

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Während seiner Residence am Institut wird er seine Forschungs- und Studioarbeit zu psychoakustischen Phänomenen und Hörtäuschungen fortsetzen und dadurch die Grenzen und Möglichkeiten zwischen Wissenschaft und Kunst weiter ausloten. Dabei kooperiert er mit dem Neurowissenschaftler Alessandro Tavano und arbeit an gemeinsamen experimentellen Arrangements, die sowohl im wissenschaftlichen als auch in künstlerischen Umfeld Ausdruck finden, darunter eine neue Klanginstallation im Rahmen einer Ausstellung. Außerdem wird sich Tillegreen mit dem breiten Spektrum an Studien und Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Fachrichtungen beschäftigen und Forschungsfragen und -inhalte mit der  künstlerischen Perspektive befragen und erweitern.

Biografie

Alexander Tillegreen absolvierte 2017 seinen Meisterschüler an der Hochschule für Bildende Künste-Städelschule. Zusätzlich studierte er Bildende Kunst an der Cooper Union School of Art in New York und Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Sound Studies an der University of Copenhagen. Alexander Tillegreen nahm an internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen sowie an Performances im MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST Frankfurt; CTM Festival, Berlin; Kunsthalle Darmstadt; fffriedrich, Frankfurt; Agnes Maybach, Galerie, Köln; Jean Claude Maier Galerie, Frankfurt; Tom Christoffersen Gallery, Kopenhagen; Fotografisk Center, Kopenhagen; Code Art Fair, Kopenhagen; und Statens Museum for Kunst, Kopenhagen teil.