
INHABIT // Artist-in-Residence
Das Artist-in-Residence-Programm INHABIT lädt Künstler:innen unterschiedlicher Disziplinen ein, am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt mit Wissenschaftler:innen zu arbeiten. Für ein wissenschaftliches Forschungsinstitut, das sich mit Fragen der Ästhetik beschäftigt, sind die Präsenz und der herausfordernde Impuls künstlerischer Arbeit von besonderer Bedeutung.
###
Das Institut betrachtet die Integration von künstlerischem Denken und Wissen als reflexive Praxis eigenen Rechts als wichtige Dimension seiner Arbeit. Denn der Dialog zwischen Künstler:innen und Wissenschaftler:innen und die Auseinandersetzung mit anderen Perspektiven, stellt ein wechselseitiges produktives Umfeld für beide Seiten dar. Deswegen lädt INHABIT Künstler:innen für drei Monate ein, eine neue künstlerische Arbeit im wissenschaftlichen Kontext zu entwickeln oder ein bestehendes Projekt zu vertiefen.
Die Offenheit für die Arbeit des Instituts und die Bereitschaft und Neugier zur Zusammenarbeit mit einzelnen Wissenschaftler:innen oder Forschungsgruppen unterschiedlicher Fachrichtungen ist dabei vorausgesetzt. Während der Künstlerresidenz stellt das MPIEA Räume und Ressourcen zur Verfügung und ermöglicht ein produktives Umfeld für Experimente, Dialoge und Kollaborationen. In Kooperation mit wechselnden Kulturinstitutionen in Frankfurt werden die künstlerischen Arbeiten anschließend öffentlich als Ausstellung oder Aufführung gezeigt und durch diskursive Formate ergänzt.
INHABIT #14 // Baff Akoto
März - Juni 2026

An der Schnittstelle von Bewegtbild, Klang, Technologie und kulturellem Gedächtnis erforscht Baff Akoto Fragen von Identität, Resilienz und kollektiven Zukünften, durch eine Perspektive, die von afrikanischen und diasporischen Erzählungen geprägt ist. Seine Praxis verbindet dekoloniales Denken, spekulatives Storytelling und gemeinschaftsorientierte Ästhetik und vereint historische Forschung, immersive Technologien und experimentelle Formate, um dominante Narrative zu hinterfragen und neue Möglichkeiten zu entwerfen.
Während der Residenz konzentriert sich Baff Akoto auf die Entwicklung und Erweiterung der oralen und akustischen Aspekte seines fortlaufenden Projektes Power & Precarity, das seine visuellen Darstellungen von Gemeinschaften an der Schnittstelle von Fischereiarbeit und globalem Handel ergänzt. Power & Precarity reflektiert die Prekarität von Arbeitstraditionen und die Auswirkungen wirtschaftlicher und ökologischer Knappheit und betrachtet dabei die verflochtenen Spannungen zwischen dem Industriellen und dem Handwerklichen, dem Lokalen und dem Globalen, dem Historischen und dem Zeitgenössischen.
Im Mittelpunkt dieser Residenz steht Baffs Auseinandersetzung mit der kulturellen Bedeutung oraler und auraler Arbeitsgesangs-Traditionen und der Frage, wie diese Arbeitspraktiken, Hierarchien und gelebte Erfahrung kodieren. Die Arbeitslieder der Fischer von Elmina, ihre Rhythmen und Rufe, bergen Geschichten, die weder in Archiven noch allein in Bildern vollständig erfasst werden können.
Die daraus entstehenden Klangarbeiten werden in Dialog mit Baffs visuellen Kunstwerken gebracht, um den Raum zwischen dem Gesprochenen und dem Unausgesprochenen zu öffnen, zwischen industriellem Lärm und der menschlichen Stimme als eigenem ästhetischem und politischem Territorium.
###
Biographie
Baff Akotos konzeptuelle Praxis umfasst Installation, immersive Technologien, Performance, Druckgrafik, Stand- und Bewegtbilder.
Seine Arbeit reicht über die Kunstwelt hinaus und beschäftigt sich mit unseren zunehmend digitalen Verhaltensweisen, spekulativen Zukünften und setzt auf lokalisierte, öffentliche Teilhabe, um Fragen zu unseren geteilten Geschichten zu stellen. In jüngster Zeit erforscht Akoto das künstlerische Potenzial neuer Technologien und digitaler Medien in der Hoffnung, dass die digitale Revolution nicht dieselben Vorurteile, Ausschlüsse und Ungleichheiten reproduziert, die bereits in unseren industriellen und kolonialen Epochen entstanden sind.
Er erhielt den Hauptpreis des Aesthetica Art Prize für den Film LEAVE THE EDGES, das zudem den Grand Prix der 13. Rencontres de Bamako gewann, nachdem es im Rahmen der London Open Triennale in der Whitechapel Gallery gezeigt wurde. Außerdem wurde Akoto von BFI x CHANEL mit dem ersten Filmmaker Award ausgezeichnet, entschieden von einer Jury, der unter anderem Tilda Swinton und Edward Enninful angehörten.
Kontakt
Bewerbung
Die nächste Ausschreibung für zwei Residencies in 2027 wird im Sommer 2026 veröffentlicht werden.
Jurys
Die Auswahl der Künstler:innen, die die Residency beim Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik antreten, treffen divers zusammengesetzte Auswahljurys aus Wissenschaftler:innen der unterschiedlichen Fachbereiche des Instituts und profilierten ExpertInnen aus den Bereichen Bildenden Kunst, Musik und Performing Arts. Die Zusammensetzung der Jury ändert sich für jede Ausgabe.


