04. April 2024

INHABIT 2024 und Ausstellung CONTACT ZONES

Die Künstler:innen Fabrice Mazliah (links) und Clara Jo (rechts)

Clara Jo (rechts) und Fabrice Mazliah (links) sind die INHABIT-Künstler:innen 2024. (Foto Fabrice Mazliah: ©Theater Basel, Christian Knör / Portrait Clara Jo: ©Aisling Mccoy)

Das Jahr 2024 verspricht für das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik (MPIEA) in Frankfurt am Main wieder mehrere künstlerische Höhepunkte. Ab kommender Woche starten die Residences der diesjährigen Gastkünstler:innen Clara Jo (April bis Juli) und Fabrice Mazliah (September bis Dezember). Mitte Mai eröffnet dann die Ausstellung CONTACT ZONES im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main mit Arbeiten der INHABIT-Künstler:innen aus den Jahren 2022 und 2023.

 

Mit INHABIT lädt das MPIEA jährlich Gastkünstler:innen unterschiedlicher Disziplinen nach Frankfurt am Main ein. Diese treten nacheinander mehrmonatige Aufenthalte am Institut an, während derer sie neue künstlerische Arbeiten im wissenschaftlichen Kontext entwickeln oder bestehende Projekte vertiefen. In Kooperation mit wechselnden Kulturinstitutionen werden die Arbeiten anschließend öffentlich präsentiert.

 

Artists-in-Residence 2024

Die Auswahl der diesjährigen Künstler:innen traf eine Jury aus Kolleg:innen des MPIEA sowie namhaften Persönlichkeiten aus dem Kunst- und Kulturbetrieb:

Dahlia Borsche (Leitung Musik & Klang, Künstlerprogramm des DAAD), Tanya Brown (MPIEA, Forschungsgruppe „Neural Circuits, Consciousness, and Cognition“), Camila Bruder (MPIEA, Abteilung Musik), Christian Grüny (Professor für Ästhetik, HMDK Stuttgart), Alistair Hudson (Direktor, ZKM Karlsruhe), Çağla Ilk (Kuratorin/Co-Direktorin, Kunsthalle Baden-Baden), Ece Kaya (MPIEA, Forschungsgruppe „Neural and Environmental Rhythms“), Holger Stenschke (MPIEA, Leiter ArtLab), Eike Walkenhorst (MPIEA, Kurator INHABIT)

April–Juli 2024: Clara Jo

Clara Jo ist eine US-amerikanische Künstlerin, die in Berlin lebt. Sie arbeitet mit Film, Fotografie und skulpturalen Installationen. Die Arbeit mit Archiven ist ein entscheidendes Element in ihrem Forschungsprozess. Insbesondere in Geschichten, die aus einem kolonialen Kontext stammen, die verschüttet oder ausgelöscht wurden, hinterfragt sie die darin enthaltenen voreingenommenen Erzählungen. In ihrer bisherigen Zusammenarbeit mit Institutionen, die an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft arbeiten, befragte Jo wissenschaftliche Daten als „Stimme“, um darin verborgene Metaerzählungen zu enthüllen. Ihr Projekt am MPIEA wird eine Erweiterung dessen sein: Das forschungsintensive Film- und Tonprojekt ergründet das Erbe des Kolonialismus und der ökologischen Ungerechtigkeit durch Stimme und Erzählung.

September–Dezember 2024: Fabrice Mazliah

Fabrice Mazliah ist Künstler, Choreograf und Performer, der in Basel und Frankfurt am Main lebt. Ausgehend von seiner Karriere als Tänzer, u.a. bei der Forsythe Company, in der er bis 2015 wirkte, ist seine choreografische Arbeit geprägt durch eine langfristige Forschung über das verkörperte Wissen und die Frage, wie sich unsere inneren Landschaften – Gedankenprozesse, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit – in körperlichen Ausdruck übersetzen. Sein Interesse gilt dem Verständnis und der Neuverhandlung der Beziehung zwischen unserer Umwelt, ihren Objekten und unseren Körpern. Im Fokus stehen die Möglichkeiten, die sich bei der Entwicklung neuer Formen von Erzählung und Poesie aus der Verbindung von Bewegung und Sprache ergeben. Während seiner Residence wird er eine interdisziplinäre Performance erarbeiten, die das komplexe Zusammenspiel zwischen den inneren Prozessen des Körpers, der Bewegung und dem sozialen Geist untersucht.

INHABIT im Museum Angewandte Kunst

Mit der Ausstellung CONTACT ZONES – Pamela Breda, Victoria Keddie, Sajan Mani zeigt das MPIEA bereits zum zweiten Mal in Kooperation mit dem Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main Werke von INHABIT-Künstler:innen. Ausgestellt werden die Arbeiten, die während der jeweiligen Gastaufenthalte der Künstler:innen in den Jahren 2022 und 2023 entstanden sind.

Die künstlerischen Biografien und Arbeitsweisen der vier Künstler:innen sind gänzlich unterschiedlich. So spiegeln ihre Arbeiten je einen individuellen Zugang auf das wissenschaftliche Umfeld wider, worauf auch der Ausstellungstitel verweist: Während der Begriff „Contact Zone“ in den Kulturwissenschaften soziale Räume beschreibt, in denen Kulturen aufeinandertreffen, bezieht er sich im Kontext von INHABIT auf die Interaktion zwischen Kunst und Wissenschaft.

Die Ausstellungseröffnung ist für den 16. Mai 2024 geplant. Die Arbeiten werden bis zum 28. Juli 2024 im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main zu sehen sein.

 

Ansprechpartner:

Eike Walkenhorst, Kurator INHABIT