INHABIT #5 // Murat Adash
September – November 2021
Murat Adash ist ein deutsch-türkischer Performance-Künstler und Choreograph dessen Arbeiten sich mit dem Potential und der Handlungsfähigkeit von Bewegung für die Reflexion sozialer und materiell-affektiver Beziehungen beschäftigen. Seine performative Praxis untersucht im Zusammenspiel mit einem erweiterten Mediengebrauch (Video, Foto, Installation, Text) das Verhältnis und die Beziehungen von Körperlichkeit und Räumlichkeit.
Seit 2017 arbeitet Adash an einem fortlaufenden Projekt, das eine neuartige Konzeption von “Camouflage” als Forschungsfeld und choreografische Untersuchung entwickelt. Über die Idee von reiner Tier- und Insektenmimikry hinaus, interessiert ihn Tarnung als einen räumlichen Akt zu denken: als einen Prozess, durch den einerseits das Selbst in Korrespondenz mit seiner Umgebung verhandelt wird, und andererseits als eine Instanz, in der sich das Selbst durch seine Verkörperung und den Kontakt mit seiner Außenwelt (Umwelt) physisch verwandelt. Den mimetischen Akt als eine Art und Weise zu untersuchen, wie wir die Welt alternativ bewohnen und neu denken (können), ist Ausgangspunkt seiner Residence am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik. Die künstlerische Arbeit wird sich in Zusammenarbeit mit lokalen Tänzer*innen als “Expanded Cinema”, die aus einem Video und einer Live-Performance besteht, entwickeln. Durch den Rückgriff auf die Praxis der “Contact Improvisation” wird die Idee von Tarnung als dynamischer Prozess zwischen Tänzer*innen als choreographische Untersuchung gedacht, die die Vorstellung eines in sich geschlossenen Subjekts aufbricht und erweitert.
Biografie
Murat Adash absolvierte den MFA in Visual Arts von der School of the Art Institute of Chicago und promoviert derzeit in Kunst an der Goldsmiths, University of London. Er nahm an Residenzprogrammen der Delfina Foundation (London), Utopiana (Genf), Mountain School of Arts (Los Angeles) teil und forschte während eines einjährigen Atelierstipendiums in Istanbul, das von der Hessischen Kulturstiftung (Wiesbaden, Deutschland) unterstützt wurde, über soziale Choreografie. Seine künstlerischen Arbeiten und Performances wurden in internationalen Ausstellungen gezeigt und aufgeführt, u.a. Institute of Contemporary Arts, London; Somerset House, London; Mimosa House, London; Le Commun, Genf; Mumok, Wien; Het Nieuwe Instituut, Rotterdam; Barbican, London; SALT, Istanbul; Manifesta 11, Zürich; Alt Art Space, Istanbul; EXPO Chicago; Iceberg Projects, Chicago; Grimmuseum, Berlin und Motorenhalle, Dresden.aufgeführt, u.a. Institute of Contemporary Arts, London; Somerset House, London; Mimosa House, London; Le Commun, Genf; Mumok, Wien; Het Nieuwe Instituut, Rotterdam; Barbican, London; SALT, Istanbul; Manifesta 11, Zürich; Alt Art Space, Istanbul; EXPO Chicago; Iceberg Projects, Chicago; Grimmuseum, Berlin und Motorenhalle, Dresden.



