INHABIT #7 // Sajan Mani
April – Juli 2022
Sajan Mani ist ein intersektionaler Künstler, der aus einer Familie von Kautschukzapfern in einem abgelegenen Dorf im nördlichen Teil von Keralam, Südindien, stammt. Seine Arbeit bringt die Anliegen der marginalisierten und unterdrückten gesellschaftlichen Gruppen Indiens zum Ausdruck, wobei der "schwarze Dalit-Körper" des Künstlers selbst eingesetzt wird.
Manis Performance-Praxis besteht auf verkörperter Präsenz und konfrontiert Schmerz, Scham, Angst und Macht. Die Auseinandersetzung mit seinem Körper als Ort von Geschichte und Gegenwart eröffnet den Blick auf den "Körper" als soziopolitische Metapher. Während seiner Residence am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik wird sich Mani mit Liedern von Kastensklaven beschäftigen und erforschen, wie die von diesen Liedern geschaffenen Klangräume kollektive Emotionen und Erinnerungen in den Dalit-Gemeinschaften hervorrufen und sie dazu drängen, eine "Politik der Präsenz" in den hegemonialen Klangräumen einzufordern und so nach Möglichkeiten alternativer Archivierungsformen zu suchen. In diesem Rahmen wird er seine fortlaufende Recherche in kolonialen Archiven und Sammlungen, die sich auf den indischen Bundesstaat Kerala beziehen, fortsetzen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Aufspüren und/oder der Neuinterpretation klanglicher Dimensionen der Dalit-Geschichte und die kritische Reflexionen mit und innerhalb verschiedener Forschungsgruppen des Instituts.
Biografie
Sajan Mani erwarb einen MFA in Spatial Strategies an der Kunsthochschule Weißensee, einen BFA in Angewandter Kunst an der Karnataka State Open University, Mysore, Indien, und einen BA in Englischer Literatur und Journalismus an der Kannur University, Indien.
Mani hat an internationalen Biennalen, Festivals, Ausstellungen und Residenzen teilgenommen, darunter Galerie Leonard & Bina Ellen Art Gallery, Concordia University; CA (2021-22); Lokame Tharavadu Kochi Biennale Foundation, IN (2021); Times Art Center Berlin (2021); Nome Gallery, Berlin (2021); CODA Oslo International Dance Festival (2019); Ord & Bild, SE (2019); India Art Fair (2019); "Specters of Communism", Haus der Kunst, München (2017); Dhaka Art Summit, Bangladesch (2016); Kampala Art Biennale, Uganda (2016); Kolkata International Performance Arts Festival (2014-16); und Vancouver Biennale, CA (2014). 2019 - 2021 erhielt er ein künstlerisches Forschungsstipendium des Berliner Senats, das Stipendium für Bildende Kunst von Braunschweig Projects und das Stipendium der Akademie Schloss Solitude, Deutschland. Im Jahr 2022 wurde er mit dem Prince Claus Mentorship Award ausgezeichnet.



