02. November 2020

Ausstellungseröffnung entfällt - digitale Formate als Ersatz

Erste Ausstellung des Artist-in-Residence-Programm

Die Eröffnung der Ausstellung INHABITING basis in den Räumlichkeiten der Frankfurter Produktions- und Ausstellungsplattform basis e.V. war für den 5. November geplant. Aufgrund der steigenden Zahl der Coronavirus-Infektionen kann die Ausstellung INHABITING basis leider aktuell nicht öffentlich zugänglich gemacht werden. Präsentiert werden sollten die Arbeiten von Lea Letzel, Pedro Oliveira und Alexander Tillegreen - den ersten drei Artists-in-Residence des Künstlerprogramms Inhabit. Auf unserer Website werden Sie aber ab nächster Woche das Ausstellungs-Booklet sowie digitale Dokumentationen der künstlerischen Arbeiten finden.

Die Online-Tagung Artistic Knowledge and the Sonic wird wie geplant am 7. November von 11 - 17 Uhr als Zoom Webinar stattfinden. Sie können sich über diesen Link dafür registrieren. Die für die Eröffnung geplante Performance Hanabi-Fu von Lea Letzel wird nun im Rahmen der Tagung präsentiert.

 

Über die geplante Ausstellung:

Das im September 2019 initiierte Artist-in-Residence-Programm INHABIT bietet eine Plattform für den Austausch von Wissenschaft und Kunst und schafft den Rahmen für einen Dialog, der sowohl für die Forschung zur empirischen Ästhetik als auch für das künstlerische Arbeiten neue Impulse liefert.

 

INHABIT-Kurator Eike Walkenhorst hat das Künstler-Programm von Beginn an begleitet und berichtet über das erste Jahr: 

„Die Herausforderung eines solchen Programms liegt darin, eine produktive Gegenseitigkeit zwischen Wissenschaftlern und Künstlern zu stiften. Die erste Edition von INHABIT stand im Zeichen dieses Aufeinandertreffens zweier unterschiedlicher Arbeitsweisen und dem Versuch, die Grundlage für einen fortlaufenden Dialog aufzubauen.“

Klang-Dimensionen als übergreifendes Thema

Als Auftakt des neuen Programms begann der dänische Künstler und Komponist Alexander Tillegreen seine Residence im September 2019. Zusammen mit Wissenschaftlern des Instituts setzte er sich mit der Konstruktion von Sprache auseinander und lotete mittels psychoakustischer Phänomene und Hörtäuschungen, sogenannten “Phantom Words”, die Grenzen und Möglichkeiten zwischen Wissenschaft und Kunst aus. Aus diesem Prozess entstanden Druckgrafiken, Skulpturen und eine Soundinstallation, die er in der Ausstellung zeigen wird.

Die deutsche Medienkünstlerin Lea Letzel untersuchte am Institut die spezifische Klangwelt von japanischen Feuerwerksnotationen. Letzel, die selbst ausgebildete Pyrotechnikerin ist, konzentrierte sich besonders auf die Beziehung zwischen Klang und Visualität und die Frage der Hierarchie zwischen Musik und Feuerwerk. In der basisstellt sie ihre Arbeit als performative Klanginstallation unter Einbindung von Pyrotechnik vor.

Pedro Oliveira ergänzte die Auseinandersetzung mit Klang um eine politische Dimension. Den Schwerpunkt seines Arbeitens legte Oliveira auf Akzenterkennungssoftware und deren Nutzung bei europäischen Asylverfahren. In der Ausstellung zeigt der brasilianische Künstler und Medienwissenschaftler eine Sound- und Videoarbeit, die Klang als Instrument von politischen Prozessen hinsichtlich Machtstrukturen und akustischer Gewalt untersucht.

Das Potenzial von künstlerischem Wissen

Ergänzend zur Ausstellung findet am 7. November 2020 die Online-Tagung „Artistic Knowledge and the Sonic“ mit den Künstlern und den Wissenschaftlern Edward A. Vessel (Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik), Holger Schulze (Universität Kopenhagen), Marie-France Rafael (Zürcher Hochschule der Künste) und Marie Thompson (Lincoln School of Film and Media) statt. Die Öffentlichkeit wird hier die Gelegenheit haben, sich aus erster Hand über die Arbeit der Künstler und ihre Erfahrungen am Max-Planck-Institut für Empirische Ästhetik sowie über das Potential künstlerischen Wissens für die Forschung zu informieren.

Für Walkenhorst ist die Ausstellung ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept des Künstler-Programms.

„Der Austausch zwischen den Künstlern und Wissenschaftlern in der basis und bei der Tagung ist ein integraler Schritt, um dem Verständnis unterschiedlicher ästhetischer Positionen und Ausdrucksweisen näherzukommen.“

Die beiden Formate liefern somit wichtige Impulse für die zweite Runde von INHABIT sowie für die Forschung des Instituts.

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