20. Februar 2020

Das Trommeln der Blitze

Inhabit #2

Die Künstlerin beschäftigt sich mit der spezifischen Klangwelt von Feuerwerk (Foto: Lea Letzel)

Seit Februar 2020 ist die deutsche Medienkünstlerin und Theaterwissenschaftlerin, Lea Letzel, als Artist-in-Residence am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt. Sie folgt auf den dänischen Soundkünstler Alexander Tillegreen, dessen Residence im Januar endete. In ihrer künstlerischen Praxis entwickelt Lea Letzel interdisziplinäre Formate in den Bereichen Klang, Musik und bildender Kunst. Im Zentrum stehen das Konzertformat und die Auseinandersetzung mit den Konventionen von Aufführungssituationen sowie deren Entstehungsbedingungen.

Während ihrer Zeit am Institut wird sich die Künstlerin mit Notationssystemen befassen. Anhand von Notationen, sprich Handlungsanweisungen für Aufführungen, wird sie das Verhältnis von bildender Kunst und Musik untersuchen. Dieser Fokus spiegelt sich in ihrem Projekt zu den Feuerwerksnotationen des japanischen Chemikers und Pyrotechnikers Takeo Shimizu wider. Um 1965 entwickelte Shimizu ein Notationssystem für Feuerwerkskörper, das auf konventioneller Musiknotation basiert. Lea Letzel, die selbst auch Pyrotechnikerin ist, hat dieses Projekt während ihrer Zeit am Goethe-Institut in Kyoto begonnen und wird es in Frankfurt unter anderem mit der Musikethnologin Lara Pearson fortsetzen. Weshalb die Wahl gerade auf diese spezielle Notation gefallen ist, führt die Künstlerin so aus:

„Besonders interessiert mich die Beziehung von Klängen und Feuerwerk, und wenn man diese näher untersucht, dann kann man einige unerwartete Gemeinsamkeiten feststellen: Beides vergeht im Moment des Entstehens.“

Mitte Mai wird INHABIT bereits den dritten Künstler begrüßen, den brasilianische Künstler Pedro Oliveira.

INHABIT ist das Artist-in-Residence-Programm des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik in Frankfurt. Seit September 2019 werden künstlerische Produktionen und ihre ästhetischen Wirkungen nicht nur aus geistes- und naturwissenschaftlicher Perspektive, sondern auch von Künstlerinnen und Künstlern unter der Entstehung von Projektarbeiten erforscht. Diese werden Ende des Jahres als Ausstellung in einer Frankfurter Kunstinstitution zu besichtigen sein.

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