01. November 2017

Klang ist nicht gleich Klang

Jeden Tag trifft eine Vielzahl an Geräuschen unterschiedlichster Herkunft auf das menschliche Ohr. Zuhören und Verstehen erfordert die Integration der akustischen Informationen über längere Zeiträume, um relevante Gesetzmäßigkeiten zu extrahieren, z.B. Intonationsänderungen innerhalb von Worten. Doch wie genau laufen auditive Verarbeitungsprozesse ab, insbesondere, wenn viele Geräusche zeitgleich in den Gehörgang dringen– gibt es zum Beispiel eine Rangfolge?

Eine neue Magnetoenzephalographie-Studie von Xiangbin Teng aus der Abteilung für Neurowissenschaften des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik belegt nun genau das. Die Ergebnisse zeigen ganz deutlich, dass das menschliche Gehör über einen zweidimensionalen Verarbeitungsmodus verfügt, in dem bei zeitgleichem Eintreffen bevorzugt hohe und tiefen Frequenzen verfolgt werden. Damit sich die Wahrnehmung von Geräuschen für uns dennoch lückenlos anfühlt, nutzt das Gehirn einen weiteren Verarbeitungsprozess, welcher jedoch separat abläuft und nur punktuell unterstützend eingesetzt wird.

Die Studie wurde in diesem November im Fachjournal PLOS Biology veröffentlicht und ist als Open Access-Publikation abrufbar.

 

Originalpublikation:

Teng X, Tian X, Rowland J, Poeppel D (2017) Concurrent temporal channels for auditory processing: Oscillatory neural entrainment reveals segregation of function at different scales. PLoS Biol15(11): e2000812. doi.org/10.1371/journal.pbio.2000812

 

Kontakt:

Xiangbin Teng

Abteilung für Neurowissenschaften

Max-Planck-Institut für Empirische Ästhetik, Frankfurt/Main

Telefon: +49 69 8300479-329

 

Marilena Hoff

Presse und PR

Max-Planck-Institut für Empirische Ästhetik, Frankfurt/Main

Telefon: +49 69 8300479-665