Neubau des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik

Anfang Oktober kürte eine Jury die Sieger des Planungswettbewerbs für den Neubau des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik. Das Architektenbüro Fritsch + Tschaidse aus München setzte sich gegen die Mitbewerber durch. Damit nimmt der Umzug des Frankfurter Instituts, der für 2023 geplant ist, konkrete Formen an. Denn bereits vor einigen Monaten fiel die Entscheidung für den Standort Bockenheim und das Gebäude der alten Druckerei Dondorf. 

Eine weitere Hürde für den Neubau des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik als Teil des geplanten Kulturcampus Bockenheim ist genommen. Über die Sommermonate lief ein von der Max-Planck-Gesellschaft ausgelobter Planungswettbewerb. Anfang Oktober tagte das Preisgericht in den vorläufigen Räumlichkeiten des Instituts im Frankfurter Westend. Preisrichter waren Architekten sowie Vertreter des Landes Hessen, der Stadt Frankfurt, der Max-Planck-Gesellschaft und des Instituts für empirische Ästhetik, die die besten Konzepte auswählten und prämierten.

Alle Interessierten haben die Gelegenheit, sich ein Bild von der Vielfalt und Qualität der Entwürfe für den Institutsneubau zu machen. Noch bis Donnerstag, den 25. Oktober 2018 sind alle Pläne der drei Gewinner sowie Pläne der weiteren Wettbewerbsteilnehmer inklusive der Modelle in der Bibliothek des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik, Grüneburgweg 14, ausgestellt. Die Bibliothek ist montags, mittwochs und freitags von 10 bis 17 Uhr, dienstags von 10 bis 18:30 Uhr sowie für die Dauer der Ausstellung donnerstags von 10 bis 20 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich.

In einem anonymen Auswahlverfahren wurden alle zugelassenen Wettbewerbsbeiträge anhand von Modellen und Planunterlagen einer eingehenden Diskussion unterzogen. „Auswahlkriterien waren eine der Forschungsagenda des Instituts entsprechende architektonische Sprache sowie die Einhaltung der wirtschaftlich vorgegebenen Rahmenbedingungen. Darüber hinaus achteten die Preisrichter insbesondere auf funktionale Belange sowie eine angemessene Haltung des Neubaus zum umgebenden Quartier“, erklärt Dr. Julia Intemann, Baukoordinatorin am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik.

Die Arbeit der Fritsch + Tschaidse Architekten GmbH konnte sich gegen insgesamt sieben Mitbewerber durchsetzen und wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Der Entwurf der Münchener Architekten überzeugte die Jury hinsichtlich Verbindung von Alt- und Neubau, der Funktionalität der Büro- und Laborbereiche sowie einer hohen Aufenthaltsqualität für die Angestellten und Gäste des Instituts. Die Entwurfsidee sieht einen Neubau vor, der an den Seiten an das bestehende Hauptgebäude der alten Dondorfschen Druckerei anschließt.

Besonders positiv hervorgehoben wurde zudem, dass das Gebäude sowohl von Osten, von der Zeppelinallee und dem Palmengarten, wie auch von Westen und damit vom Bockenheimer Depot herkommend zugänglich ist. „Die damit mögliche Durchquerung des Gebäudes unterstreicht den offenen und einladenden Charakter des Instituts, das regelmäßig Forschungskonzerte, wissenschaftliche Vorträge und Führungen anbietet“, betont der Forschungskoordinator des Instituts, Dr. Keyvan Sarkhosh.

Mit dem zweiten Preis wurde der Entwurf des Büros Bez + Kock Architekten Generalplaner GmbH aus Stuttgart ausgezeichnet. Besonders überzeugte das Preisgericht die Fassadenidee, die im Sinne von ästhetischer Abstraktion und Variation den Bestandsbaukörper durch zwei in den Dimensionen ähnliche Neubaukörper ergänzt.

Einen anderen Weg ging das Architektenbüro Auer Weber Assoziierte GmbH aus München. Als Einzige sahen sie in ihrem Entwurf den Erhalt des Schornsteins der alten Druckerei vor. Trotz der damit verbundenen offenen Fragen zur Stabilisierung und Sicherung des Bauwerkes war der angedachte Erhalt dieses Wahrzeichens für die Preisrichter ein wesentliches Argument, diesem Entwurf den dritten Preis zuzusprechen.

 

Ansprechpartner:

Dr. Keyvan Sarkhosh
Tel.: +49 69 8300479-650
keyvan.sarkhosh@ae.mpg.de