02. April 2026

Cultural Evolution of the Arts

Foto von einem Mann mit braunen Haaren.

Oleg Sobchuk (Bild: MPIEA / F. Bernoully)

Künste und Medien haben sich im Laufe der Zeit stark verändert. Moderne Filme mit ihren spektakulären visuellen Effekten unterscheiden sich stark von den schwarz-weißen Stummfilmen vor einem Jahrhundert. Zeitgenössische Videospiele, oft verblüffend realistisch, haben seit den Zeiten von Pong und Pac-Man einen weiten Weg zurückgelegt. Auch die heutigen Romane, Gedichte und Lieder unterscheiden sich erheblich von ihren Vorläufern aus vergangenen Jahrzehnten oder Jahrhunderten. Diese Entwicklungen wirken oft zufällig oder scheinen vor allem von Trends und individueller Kreativität geprägt zu sein. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob hinter diesen Veränderungen nicht doch grundlegende Muster stehen.

Ziel der neuen Forschungsgruppe Cultural Evolution of the Arts unter der Leitung von Oleg Sobchuk ist es zu verstehen, welche allgemeinen Faktoren – etwa demografische, kognitive oder geografische Einflüsse – die Entwicklung künstlerischer Formen prägen. Dabei kommen Methoden des maschinellen Lernens und mathematische Modellierung zum Einsatz, wobei die Gruppe auf umfangreiche Datensammlungen aus dem Kunstbereich zurückgreift.

„Meine Forschung schlägt eine Brücke zwischen zwei eng verwandten Bereichen: der kulturellen Evolution und den Computational Humanities. Die kulturelle Evolution liefert die mathematischen Werkzeuge zur Erklärung allgemeiner Veränderungsmuster, während die Computational Humanities das geisteswissenschaftliche Fachwissen und die Methoden beisteuern, die erforderlich sind, um die Nuancen künstlerischer Daten in großem Maßstab zu untersuchen. Ich hoffe, dass meine Gruppe diese beiden Ansätze und die sie umgebenden Forschungsgemeinschaften in einen engeren Dialog bringen wird“, erklärt Sobchuk.

Über Oleg Sobchuk

Oleg Sobchuk wurde in Kremenets (Ukraine) geboren. Er studierte Literatur an der Nationalen Universität Kiew-Mohyla-Akademie und promovierte später in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Universität Tartu in Estland. Anschließend war er Postdoktorand am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte (heute Max-Planck-Institut für Geoanthropologie) sowie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (Leipzig).


 

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